Aufatmen – Der Törn findet statt

Nun ist es so gut wie sicher und wir stecken mitten in den letzten organisatorischen Details: Wenn nicht noch etwas wirklich weltbewegendes passiert, werden wir fahren! Wir sind alle unheimlich froh, die Vorfreude wächst, auch wenn wir unseren eigentlichen Plan „Rund Irland“ nicht umsetzen können.

Der Outremer 50 Belle Ile
Unser Schiff: Der Katamaran „Belle Ile“, ein Outremer 55. Er bietet Platz für 10 Personen. Mehr zur Belle Ile erfahrt Ihr unten, denn der Kat ist für uns ein alter Bekannter…

Zwar startet der Törn wie geplant am 18. Juni in Trinite Sur-Mer in der Bretagne. Anders als geplant werden wir uns aber nicht direkt in Richtung England und Irland auf den Weg machen. Aufgrund der derzeit geltenden Quarantänevorschriften kommt das Anlaufen eines englischen Hafens für uns nicht in Frage. Und Irland läßt aktuell ohnehin noch keine ausländischen Schiffe rein. Also fahren wir zunächst entlang der französischen Küste ins nordwestlich von Trinite Sur-Mer gelegene Dieppe. Dort wird nach zwei Wochen und um die 450 Seemeilen am 2. Juli der erste Crewwechsel stattfinden.

Hier seht ihr einen Screenshot der Planung der ersten Etappe.

Das wird schon sehr spannend mit einigen navigatorischen und nautischen Höhepunkten. Wir werden durch vier „tidal gates“ fahren. Das bedeutet, dass man wegen der starken Gezeitenströmung und möglichen Wind gegen Strömung-Situation nur zu einer bestimmten Zeit durch diese „Tore“ fahren kann. Bei ungenügender Planung kommt man entweder nicht durch oder es wird sehr gefährlich mit brandender See (overfalls), starker Strömung (races) oder sich drehenden Wasserwirbeln (eddies). Das erste Tidal gate ist La Teignouse (in der Nähe von Ile Belle), durch das wir schon am ersten oder zweiten Tag fahren werden. Das ist ein relativ einfaches gate also gut zum Eingewöhnen.

Zwei oder drei Tage später kommt dann die erste Feuerprobe mit dem Raz du Sein (etwas südlich von Brest). Der Raz wird auch das Kap-Horn Europas genannt. Auf Segelkalendern habt Ihr sicher schon mal einen weißen großen Leuchtturm gesehen, bei dem die Brecher bis ganz oben reichen (Ar Men). Das ist genau dort. Wir werden aber dort natürlich nur durchfahren wenn es wirklich sicher ist.

Das dritte Tidal gate ist dann der Chenal de four (Ofenkanal bei der Ile d’Oléron). Der ist wieder etwas weniger gefährlich, um dann so nach einer Woche durch das Alderly race zu fahren, am Cap de la Hague. Diese Gegend mit der Bucht von St Malo zählt zu den zweithöchsten Tidenhub der Welt mit bis zu 13 m zwischen NW und HW.

Ihr seht also wir werden in der ersten Woche schon viele interessante Berichte verfassen.

Insgesamt sind drei Crewwechsel geplant. Auch für den zweiten steht der Ort schon fest: es geht von Dieppe aus wieder entlang der französischen Küste zurück bis nach Brest. Was dann kommt, wird sich zeigen.

Bereits am 2. oder 3. Juli, also am Ende der ersten Etappe, wird sich entscheiden, ob wir im weiteren Verlauf des Törns doch über den Kanal segeln und die Südküste Irlands erkunden können. Schließlich brauchen die Crews der dritten und vierten Etappe etwas Zeit, um ihre Ab- und Anreise zu organisieren.

Wir freuen uns schon darauf, Euch an unserer Reise teilhaben zu lassen. Wie schon vor zwei Jahren werden wir möglichst oft neue Beiträge, Filme und Bilder hier hochladen.

Wir sind sehr glücklich, dass es jetzt so aussieht, dass nach dieser 1,5 jährigen Vorbereitung und der Unsicherheit es möglich sein wird einen großen Vereinstörn zu starten, auch wenn die Route anders sein wird. Aber trotzdem sehr spannend und navigatorisch anspruchsvoll. Bleibt uns gewogen, teilt den link mit Euren Lieben, damit sie informiert sind, und mit allen Segelbegeisterten.

Liebe Grüße von unserer Kommunikationschefin Silke und Eurem Skipper Hägar.

P.S. wir freuen uns über jeden Kommentar auf diesem blog.

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