Chenal de Four

Wie vorhergesagt ist heute der Wind abgeflaut auf 4 bft, und wir konnten weiter. Die Crew hat einen Passageplan erstellt, um die Tiden optimal zu treffen. Die Idee war mit dem Rest des Ebbstroms bis zum Kap bei Saint Mattieu zu segeln (unten in der Mitte), mit Strom von hinten, und dann genau zum Wechsel der Tiden dort zu sein. Dann würde der Flutstrom von hinten uns durch den Chenal de Four schieben. Das wäre sehr praktisch, da der Wind von Norden kam und wir durch den recht engen und mit Untiefen, Felsen und Leuchtfeuern gespikten Kanal kreuzen mussten. Die Berechnung von Stefan, Barbara und Helmut ergab, dass wir um 9.00 Uhr auslaufen mussten, um exakt zur richtigen Zeit am Kap zu sein. Also herrlich ausschlafen, Duschen und ausgiebig frühstücken. Ein toller Plan für den Start des sonnigen Tages, haben wir getern doch in einem Restaurant gut gegessen und getrunken und auch den Rückstand beim Weinkonsum aufgeholt.

Aber Pfeiffendeckel. Am Abend kam Joe Wichtig zu uns (der Skipper eines noch größeren Kats als unserer) und zeigte auf sein Prachtstück, das vor uns lag. Er wolle am nächsten morgen um 0600 auslaufen und er hätte es schon mit dem Hafenmeister ausgemacht, dass es für ihn zu knapp wäre bei dem Wind an uns vorbeizufahren. Kurzum wir sollten um 0600 auch schon verlegen. Meine Nachfrage, wohin er denn so früh wollte war La Coruna. Das sind über 300 Seemeilen, also 48 h plus/minus 6h oder noch mehr. Ausserdem wollte er durch kein Tidentor sondern beim Raz außen rum. Also vollkommen egal, ob er 2 Stunden früher oder später loskam. Aber er bestand darauf……..

Wir mussten also um 0600 das Schiff im engen Hafen drehen, ein etwas heikles Manöver, da noch Querwind herrschte. Darum musste die ganze Crew sehr früh aufstehen :-(. Das Manöver glückte aber einigermaßen und der Tag begann zwar früh, aber glücklich.

Nachdem dann der Wind im Englischen Kanal abflaute, sind wir nach L’Arber Wrac’h gefahren, da unser Wunschziel Roscoff nicht erreichbar gewesen wäre. Die Strömung wäre wieder gekentert, und mit 3 kn gegen uns gelaufen. Da wären wir bei dem wenigen Wind nur schwer gegenangekommen.

So liegen wir jetzt herrlich an einer Boje und erfreuen uns des Lebens. Ralf hat sein Bier, die Köchinnen ihren Kochwein, auch der Skipper vor dem Laptop wird bedacht mit leckerem Rosé.

An der Boje oder vor Anker muss ein Katamaran immer mit einem Hahnepot festgemacht werden (das ist eine Leine nach links und nach rechts). Mit nur eienrLeine würde er unkontroliert schwojen.

Und noch ein herzlichen Dank an die Heimat-Kommunikationscrew Silke, die uns so toll mit den Filmen unterstützt.

Eure Bretagniers

6 Gedanken zu „Chenal de Four“

  1. Moin ihr Lieben, es ist ganz toll euern Blog zu lesen. Jeden Tag gucken wir rein, obs was neues gibt. Ole hofft das Omas Essen geschmeckt hat 😉
    Viele Grüße
    Sara und Ole

  2. Liebe Bretagniers – Ihr seid unter Beobachtung. Dank Marinetraffic bin ich fast immer aktuell informiert…. schöne Kreuz zwischen Festland und Inseln – dann fatzengerader Schlag nach NW. Der Autopilot funktioniert und die Crew dahinter auch. Nach dem Schlag nach NE ist Marinetraffic leider ausgestiegen. Letztes update gabs leider heute Mittag das letzte mal. 13 oder 14 Grad Lufttemperatur allerdings sind gruselig!

    1. Hallo liebe Sabin, ja es ist in der Tat nicht kuschelig warm, aber es geht soweit. trotzdem vergesst die warmen Troyer nicht…

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