Höhlenkunde

Heute war ein sehr relaxter Tag. Ablegen erst um 0915 (wurde dann 0930) durch überlanges Frühstück) danach leichte Winde 3-4 bft von achtern. Also herrliches Spinackersegeln, zunächst mit etwas Atlantikdünung, danach wie am Bodensee. Zum Schluss mit über 8 kn um das Cap de Chèvre herum. Sogar zum Mittagessen gab es heute Wein, schon Captain Blight wusste um die stimmungserhöhende Wirkung alkoholischer Getränke. Dann unser heutiges Ziel, ein wahrer Hauptgewinn. Morgat in der Bucht von Douanerez.

Der Hafen ist zwar zu klein für unsere Dicke Berta, aber daneben gibt es eine sehr lauschige Ankerbucht mit Sandstrand und herrlicher Kulisse von alten Villen und mächtigen Felsen. Und das absolut Beste daran: keine 500 m entfernt gibt es Höhlen, die man mit dem Beiboot befahren kann. Nach dem leckeren Abendessen von Ute sind die wackeren Kämpen der Belle Ile mit zwei Schlauchbooten zur Höhlenexpedition aufgebrochen. Und das war wirklich spektakulär.

Die Kathedrale mit 100 m Länge und 10 m Höhe mit phantastischen Felsformationen. Eine schlundartige Öffnung in der es dicke zapfenartige Steinformen gab, man fühlte sich wie Jonas im Walmagen. Die Farben der Steine in hell-leuchtenden unterschiedlichen Farben. Wir konnten uns nicht satt sehen. Mit dem Schlauchi konnten wir tief in die Klippenlöcher einfahren, einmal sogar in ein Loch rein, und aus einem anderen wieder raus. Was ein spannendendes Abenteuer. Vor den Höhlen gab es ein Felsentor, durch das man durchfahren konnte. Haben wir zunächst nicht gewagt, dann haben wir aber doch den Mut gefasst. Das war aufregend, insbesondere für Ute, die befürchtete die Brücke könne brechen. Ging aber gut, schließlich hält das Tor ja schon 10 Tausende von Jahren, warum sollte es ausgerechnet jetzt zusammenbrechen?????

Nicht so gut ging es heute Karsten und Christine. Wir haben zwei (leichte) Verletzungen. Karsten hat sich beim Spimanöver den Knöchel geprellt, und Christine hat sich den Finger beim Großsetzen aufgerissen. Aber wir haben ja unseren Schiffsdoc Günther, der schon ganz andere Verletzungen verarztet hat, u.a. wird gemunkelt, dass er bei Lord Nelson in Trafalgar dabei war, (Lord Nelson konnte danach leider bekannterweise sein Heimatland nicht mehr lebend betreten, aber das war sicher nicht die Schuld von Doc G.). Die Wunde von Christine wurde kurzerhand mit einer am Gasherd rotglühend erhitzten Schere ausgebrannt, Karstens Bein mal kurz mit der Eisensäge, die normalerweise als Wantenschneider dient, amputiert. Aber sonst geht es allen gut. (Ralfi meint an dieser Stelle, dass der Erzähler so langsam vom Sprüche klopfen ins Lügen abdriftet)

Morgen geht es zu unserem Endhafen Brest,ein schöner Segeltag steht uns noch bevor.

Bleibt uns gewogen, und vielen Dank für Eure tollen Kommentare, die wir immer gerne lesen.

Eure Bretagniers.

2 Gedanken zu „Höhlenkunde“

  1. Das sieht fantastisch aus und generiert Fernweh, gerade bei diesen Katastrophen, die hier im Moment in der Eifel vor sich gehen. Euer Skipper macht sicher einen super Job und bei den beschriebenen Operationen ist er sicher auch eine gute Hilfe :-). Viel Spaß weiterhin

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