Plan B

Liebe Freunde,

heute hat sich mal wieder gezeigt, dass es nicht schlecht ist einen Plan B zu haben. Wir wollten eigentlich auf die Ile de Re, das Sylt von Frankreich. Ein Anruf, ob wir mit der dicken Berta da überhaupt rein könnten belehrte uns eines besseren. Es war mal wieder eine Regatta und der Hafen komplett voll. Also Plan B und statt 15 Meilen mit eienm Raumschlag 35 Meilen hauptsächlich gegenan. Und dann auch noch Gegenstrom. Es gibt für einen Segler wahrscheinlich nichts deprimierenderes als eine Kreuz im Gegenstrom. Die erste Wende mit einem wahren Winkel von 140 Grad…Also die ersten 10 Meilen unter Motor. Danach ein schöner Anleger nach Les Sables d’Olonnes, das Mekka der Transatlantik und Weltumsegler.

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Für die Segler unter Euch. An der Kreuz bei wenig Wind sind die Monohulls dem Kat deutlich überlegen, was Speed und Wendewinkel angeht. Vor dem Wind kann der Kat sein Potenzial ausspielen. Bei Voll und Bei und 3 Windstärken waren heute alle drei Boote nahezu gleich schnell. Auch die dicke Berta konnte sowohl die Höhe, als auch die Geschwindigkeit der anderen Boote halten. So sind alle gleichzeitig nach mehreren Stunden angekommen.

Bernd hat auch noch einen Bericht vom Ankern geschrieben, herzlichen Dank.

Ankern in Tidengewässern

Um den Reiz einer Sternenklaren Nacht zu genießen und auch um viel Spaß zu haben sollten man unbedingt nachts in einer lauschigen Bucht ankern. In der Regel wird es ein unvergessliches Highligt es Törns werden.
Ein solches Vorhaben sollte gut vorbereitet werden, daher studiert man die Karte des Gebietes, liest Revierführer und holt verschiedene Wetterberichte ein.
Ganz wichtig ist es einen geschützten Bereich oder Bucht anzulaufen, an dem es nachts ablandigen Wind hat. Falls der Anker nicht richtig hält, will man im umgekehrten Fall ja nicht sofort an der Leeküste stranden.
Auch die optimale Wassertiefe auf der geankert werden soll, muß genau kalkuliert werden. Aktuell haben wir einen Tidenhub von rund 4 m, die Ankerstelle ist so zu wählen, dass man bei Ebbe nicht aufsitzt und es auch im Schwoikreis der Ankerkette keine untiefen Stellen oder Hindernisse gibt.
Nach einigem Suchen haben wir auf der Karte den Bereich vor der Saint Denis d Orleron gefunden. In den zugehörigen Hafen konnten Teile der Flotte nicht einlaufen und auch der Rest hätte am nächsten Tag warten müssen bis die Flut genügend Wasser zurückgebracht hat, dies wäre erst um ca 14-15 h gewesen.
Der Platz hinter der Insel versprach auch Schutz vor der Atlantikdünung, die regelmäßig mit 0,7-1 m hohen Wellen aus W-NW anrollt. Bis zur Nordsitze der Insel waren es immerhin rund 2,5 sm.
Also sind wir in La Rochelle aufgebrochen und haben die optimale Ankerbucht angesteuert. Beim Auslaufen hatten die „Tempo“ noch kurz ein Problem mit überhitztem Motor, aber nach einer gründlichen Überprüfung und Reinigung der Motorkühlung konnte es losgehen.
Am geplanten Ankerplatz angekommen waren wir überrascht, dass dieser -wegen des seicht ansteigenden Meeresbodens- ziemlich weit von der Küste entfernt war. Auch war der Buchtcharakter nur zu erahnen. Ein weiters Manko war, dass die Atlantik Dünung sich noch ein bisschen um die Inselspitze herumschlängelte und etwas Schwel herrschte. Trotzdem: Der Wind ließ bereits wie vom Wetterbericht prophezeit nach und der Untergrund war gut haltender Sand.
Nachdem die Anker ausgebracht waren, konnten wir umgehend die zuvor intensiv diskutierte Frage beantworten: Wie richtet sich das Boot aus: allein nach dem Wind, oder nach der Strömung?
Die Antwort: Meistens siegt die Strömung, auch wenn diese lauf Bloc Marine nur 0,5-0,8 kn betragen sollte. In der Regel kämpfen Wind und Strömung gegeneinander und daher liegt man irgendwie „quer“. Ist doch nicht schlimm werden die Landratten sagen, aber wir können euch berichten, daß es unangenehm sein kann, wenn die Wellen quer oder auch von hinten kommen und unter das Heck schlagen.
Der Abend war sehr lustig, es wurde intensiv dem Pfälzer Wein zu gesprochen, der Sternenhimmel wunderschön, die Nachtruhe leider etwas beeinträchtig.

 

Leider konnten die Bilder von Bernd nicht hochgeladen werden, deshalb hier noch eine wahllose Auswahl von Bildern. Wer etwas drauf erkennt kann gerne kommentieren. Am besten Bild 1 links oben beginnend und dann nach rechts Bild 2 usw.

Liebe Grüße vom Hafentag in Les Sables d’Olonnes

Eure Sonnencrew

 

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