Yoga auf dem Trampolin

Auf einer Segelyacht werden tendenziell ja nur wenige Muskelgruppen regelmäßig beansprucht: Vor Allem die Oberkörpermuskulatur beim Segelsetzen oder beim Kurbeln der Winschen. Um die übrigen Muskeln nicht durch fortgesetzten Muskelschwund zu verlieren, hat heute unsere ausgebildete Yogalehrerein Christine eine Übungseinheit auf dem Vorschiffstrampolin gegeben. In Ermangelung von bunten Strumpfhosen, die man gewöhnlicherweise zum Yoga trägt, wurden die langen Unterhosen herausgekramt, die wir glücklicherweise die letzten Tage nicht mehr gebraucht hatten. Dehnübungen wie „Der krumme Hund“ wechselten sich ab mit Gleichgewichtsübungen wie „Der sterbende Schwan“ und mit Kraftübungen wie „Der starke Ochse“ (für die Richtigkeit der Bezeichnungen der Figuren wird an dieser Stelle keine Gewähr gegeben). Wir möchten unsere werte Leserschaft gerne bitten von Kommentaren in der Richtung „Altensport“ oder „Seniorenübungen“ Abstand zu nehmen.

Nautisch war es heute auch wieder sehr interessant. Vorgestern sind wir in einen kleinen Tidenhafen eingelaufen und sind dort einen Tag geblieben. Paimpol ist ein Städtchen, das man nur um das Hochwasser herum anfahren kann. Zu den anderen Zeiten ist der Hafen nicht befahrbar, weil schlichtweg das Wasser fehlt. Bei der Wanderung gestern war es kaum zu glauben, dass wir in dieser Rinne mit unserem Katamaran überhaupt fahren konnten. Interessant war es auch den Meeresboden und die Lage der Tonne zu sehen, wenn das Wasser weg ist.

Vor dem Einlaufen mussten wir noch eine Stunde vor Anker warten, bis ausreichend Wasser aufgelaufen war. Silke nutzte die Zeit, um erste Luftaufnahmen mit der Drohne zu machen. Unsere werten Abonnenten können sich auf tolle Aufnahmen der Belle Ile vor Anker freuen, das gerade online ging.

Die Einfahrt in den engen Hafen war auch nicht ganz simpel: Zum Einen war es eng, es stand wenig Wasser, wir mussten durch zwei enge Schleusen und es wehte ein Querwind; zum Anderen gab es viele Zuschauer aus dem touristischen Örtchen, die das Hafenkino unserer Einfahrt als gelungene Abwechslung zwischen dem Nachmittagskaffee und dem Abendbuffet betrachteten. Dank einer tollen Teamleistung und der Einweisung des Hafenkapitäns gelang das Manöver ganz gut, und am folgenden Tag gab es einige am Kai schlendernde Franzosen, die ungläubig die Breite unseres Bootes mit der Durchfahrtsöffnung der alten Schleuse verglichen und sich gefragt haben wie die Durchfahrt zu Stande kommen konnte. Optisch sah die 12m breite Schleuse schmaler aus als der 8m breite Kat.

Navigatorisch sind wir mittlerweile wieder auf Westkurs, um unserem Zielhafen Brest entgegen zu segeln. Das berüchtigte Tidentor Alderney Race zeigte wieder seine Zähne mit turbulenten Wellen, Wind und schlechter Sicht. Danach verlief der Nachtschlag sehr schön, mit mittleren achterlichen Winden und einem phantastischen Sonnenuntergang auf See.

Die Nachtansteuerung auf St Malo war aufregend, leuchtet doch die ganze Umgebung mit zahllosen Tonnen und Leuchttürmen mit verschiedensten Kennungen wie eine amerikanische Vorstadt in der Vorweihnachtszeit. Hier die richtige Einfahrt durch den vorgelagerten Felsengarten zu finden war schon eine anspruchsvolle Piloting-Aufgabe, die Julia hervorragend gemeistert hat.

Jetzt sind wir in der Anfahrt auf unseren heutigen Zielhafen Roscoff, der wieder eine Überraschung zu versprechen scheint. Das werden wir aber im nächsten Blog beschreiben.

Bleibt uns gewogen

Eure Bretagniers.

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