Im Takt der Gezeiten

Segeln in Tidengewässern bedarf einer genauen und vorausschauenden Planung. Bei 4-7 m Tidenhub, teilweise trockenfallenden Häfen, Flut- & Ebbströmen auf See von 0,5 – 3 kn, an Engstellen 4-6 kn, ist es nicht ratsam einfach nach dem Ausschlafen und ausgiebigem Frühstück abzulegen. Entweder kommt man gar nicht aus dem Hafen, oder eine ruppige See und Strom stehen gegen an.

Schon am Vortag ist der Tidenkalender und der Stromatlas zu konsultieren, um den richtigen Startzeitpunkt festzulegen. Wenn man z.B. das ablaufende Wasser nutzen möchte kann es sein, dass man um 5:00 los muss (oder erst 12 h später). Dabei sind auch die Öffnungszeiten des Bäckers einzukalkulieren. Bei unserem Start in Roscoff hatten wir  es besser, HW war um 13h, der Start war auf 11:30h festgesetzt um den gesamten Ebbstrom nach l‘ Aberwrac`h zu nutzen. Ein leichter NW 2 ermöglichte mit halbem Wind und Stromunterstützung 5-7,5 kn SOG  (Speed over Ground).

Der Takt der Gezeiten kann aber auch Abfahrtszeiten um 5:30h! (wie vor ein paar Tagen) diktieren, meist um die Strömung zu nutzen, oder auch nur um den Hafen verlassen zu können, der nur +- 2 -3 h bei HW (Hochwasser)  angelaufen werden kann.

Heute früh war zunächst eine schmale Durchfahrt zwischen Roscoff und der Ile de Batz zu meistern, mit gefühlten 30 Nord/Süd/Ost West- Kardinaltonnen und vielen Richtungswechseln. Untiefen an Back oder Steuerbord keine 20 m entfernt. Dank Hägers genauer Navigation trägt kein Felsen unseren Namen.
Der restlicher Tag war super entspanntes Halbwindsegeln, Entspannung pur, großer Delfinen-Schule und einer zufriedenen Crew.

Ein super Tag heute   Bernd

 

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